Ausflug in Stille

Ausflug in Stille


Mein Blick in den Sternenhimmel ruft mich in die Welt zurück. Mein Verlieren in der Unendlichkeit weckt die Erinnerung. Das Weltatem wehende All gemahnt mich meiner Endlichkeit. 

Meine Sterblichkeit vor Augen werde ich mir meiner Einzigartigkeit gewahr, rufe ich mir ins Bewusstsein zurück, dem Leben mit Dankbarkeit zu begegnen, ermahne ich mich zu Bescheidenheit und Demut.

Allgemein anerkannte, althergebrachte unerschütterliche Grundsätze in Frage zu stellen, geschieht in Stille. Stille denkt die Welt neu.

Stille ist nicht Nichts. Stille weckt das Staunen, die Bewunderung für das, das da ist. Die brachliegende Weite ist Herberge des Sehnens, die Welt neu zu denken. 

Gleichschalterei versperrt den Zugang zur Toleranz. Vorurteile halten das Denken eng umschlungen. Das lärmend Getös bietet kaum Raum für Stille.

Anstatt die Unterschiedlichkeit zu schätzen, der Vielfalt mit Staunen zu begegnen, mangelt es zunehmend am Gespür für Individualität, Andersartigkeit, fürchten wir uns. 

Müssen wir von Neuem lernen zu unterscheiden? Und frage ich Wir, meine ich nicht eigentlich Ich?

Foto: Erwin Altmeier – www.erwinaltmeier.com

www.eudämonis.de

Norderstedt, Freitag, 19. Juli 2019

Der Lebenskünstler

Lebenskünstler


Der Lebenskünstler liefert sich keinem Schicksal fraglos aus. Er wird tätig, sein Geschick nimmt er selbst in die Hand. Das Produkt seiner Kunst, seines Schaffens, ist seine Lebensführung.

Universelle Güter, das Absolute, Wahrhafte, das Richtige. Liebe und Glück werden jedoch nicht einfach gefunden. Wie die Liebe muss jeder für sich, sich selbst überlassen, sein Leben pflegen, muss dieses jeden Tag aufs Neue mit Sinn füllen. Inmitten äußerer Zwänge befindet sich der Lebenskünstler auf der Suche nach jener Lebensform eines guten, gelingenden Lebens. Seine Lebensführung gleicht dem Schaffen eines Kunstwerks. Er hat das zufällig Vorhandene zu orten, zu entscheiden, zu gestalten. Er hat das ihm Zuhandene nach von ihm bestimmten besonderen Merkmalen zu organisieren, dem Gestaltlosen eine Form zu verleihen, selbstbestimmt, nach seiner Vorstellung von einem lebenswerten, erfüllenden Leben und dem Gebräuchlichen,  dem Man zu widerstehen, anstatt sich fraglos, ohnmächtig, flüchtigen Vergnügungen auszuliefern. „Der Lebenskünstler“ weiterlesen

Über das Glück – das tätigSein

Streetart Alsterdorf


Da ich ein glückliches Leben zu führen beabsichtige, „habe ich es in der Hand“. – Eine Einbildung? Nicht immer. – Zu einem gewissen, wenn auch einem zu mancher Zeit nur kleinen Teil, bestimme ich über mein Gelingen.

„Sie entfernen uns, oder?“ „Nichts hält ewig!“

Mein glückliches Leben zu führen, dies zu gestalten, erfordert zu einem gewissen Teil mein tätigSein, während es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in meinem Leben ebenso Momente gibt, in denen mein Einfluss von geringerer Reichweite ist und ich fremdbestimmt, am Widerstand anderer zu halten gezwungen werde. „Über das Glück – das tätigSein“ weiterlesen