Stille – ein Geschwätz

Stille - ein Geschwätz


Heute einige persönliche Worte, Eindrücke, ein innerer Monolog meiner Wahrnehmung, niedergeschrieben, wie die Kuh Milch gibt. 

Ich schwatze: “Kaum etwas ist dem Menschen, dem Individuum (…) mehr zu eigen als seine Unterschiedlichkeit”, schrieb ich 2017 in Lena van de Velde. – Trotz dieser Überzeugung ertappe ich mich regelmäßig dabei zu kategorisieren, über Mitmenschen wider ihrer Unendlichkeit, ihrer nie in Gänze zu beschreibenden Persönlichkeit zu urteilen, sie zu verurteilen. 

Mein Leben, meine Erinnerungen, unzählige Episoden, aneinandergereiht, eingebettet in meine Entwicklung, meine ganz eigene Geschichte unter dem Einfluss meiner Mitmenschen, meinem häuslichen, schulischen, beruflichen Umfeld. Unzählige Gedanken, Abwägungen, Beurteilungen. Und nicht nur das. Neuronale Netzwerke werden – wie inzwischen erforscht wurde – über bis zu drei Generationen vererbt. Traumata, Ängste, Nöte, die nicht meine sind. Wie in Stein gemeißelt, nehmen diese Einfluss auf mein Leben, führen zu einem mir nicht nachvollziehbaren Verhalten. Es mangelt an Erklärung. Die Erkenntnisse zur Epigenetik lassen einige Theorien einstürzen. „Stille – ein Geschwätz“ weiterlesen

Ausflug in Stille

Ausflug in Stille


Mein Blick in den Sternenhimmel ruft mich in die Welt zurück. Mein Verlieren in der Unendlichkeit weckt die Erinnerung. Das Weltatem wehende All gemahnt mich meiner Endlichkeit. 

Meine Sterblichkeit vor Augen werde ich mir meiner Einzigartigkeit gewahr, rufe ich mir ins Bewusstsein zurück, dem Leben mit Dankbarkeit zu begegnen, ermahne ich mich zu Bescheidenheit und Demut.

Allgemein anerkannte, althergebrachte unerschütterliche Grundsätze in Frage zu stellen, geschieht in Stille. Stille denkt die Welt neu. „Ausflug in Stille“ weiterlesen

Der Lebenskünstler

Lebenskünstler


Der Lebenskünstler liefert sich keinem Schicksal fraglos aus. Er wird tätig, sein Geschick nimmt er selbst in die Hand. Das Produkt seiner Kunst, seines Schaffens, ist seine Lebensführung.

Universelle Güter, das Absolute, Wahrhafte, das Richtige. Liebe und Glück werden jedoch nicht einfach gefunden. Wie die Liebe muss jeder für sich, sich selbst überlassen, sein Leben pflegen, muss dieses jeden Tag aufs Neue mit Sinn füllen. Inmitten äußerer Zwänge befindet sich der Lebenskünstler auf der Suche nach jener Lebensform eines guten, gelingenden Lebens. Seine Lebensführung gleicht dem Schaffen eines Kunstwerks. Er hat das zufällig Vorhandene zu orten, zu entscheiden, zu gestalten. Er hat das ihm Zuhandene nach von ihm bestimmten besonderen Merkmalen zu organisieren, dem Gestaltlosen eine Form zu verleihen, selbstbestimmt, nach seiner Vorstellung von einem lebenswerten, erfüllenden Leben und dem Gebräuchlichen,  dem Man zu widerstehen, anstatt sich fraglos, ohnmächtig, flüchtigen Vergnügungen auszuliefern. „Der Lebenskünstler“ weiterlesen