Glückstagebuch – Ziele

Norderstedt

Der Grosse Trip – Wild

Vor einigen Wochen sah ich den Film “Der Grosse Trip – Wild”. Wie viele andere Filme verstaute ich diesen in der Kategorie Großartig.

Der Film schildert den Ausstieg einer jungen Frau aus ihrem in vielen Teilen schwierig verlaufenden Leben. Sie machte einen Schnitt, indem sie auf Wanderschaft ging und die zweitausend Kilometer vom Pacific Crest Trail bezwang. Damit verwirklichte sie sich einen ihrer größten Wünsche.

Das Fazit für mich: Die verbleibende Zeit zu nutzen, meine Wünsche zu verwirklichen.

Welche Wünsche aber habe ich, mein Leben wahrhaft mit Sinn zu füllen? Welche zu realisierenden Ziele? Keine Hirngespinste, keine Traumtänzereien.

Ziele

Zunächst dachte ich auch an eine Wanderung. Fünf Tage im Harz. 15 – 20 Kilometer pro Tag. Viele Stunden im Wald, frische Luft, allein mit mir und meinen Gedanken. Wenig später fielen mir viele Reiseziele ein: Kalkutta, Varanasi, Myanmar, der Himalaya, Nepal, Japan. Natürlich die USA, Kalifornien, Kanada. Afrika: Namibia. Norwegen, Schweden, St. Petersburg, Samarkand, Australien, Neuseeland … Die Liste ist lang und wird kein Ende finden.

Zu meinem Glück war ich bereits auf Reisen. Ich habe eine Menge erlebt. Ob Europa oder Südostasien, Rom, Paris oder Lissabon … New York … Mein Bedürfnis diesbezüglich drängt mich nicht so sehr.

Welche Ziele oder Wünsche aber habe ich darüber hinaus?

Gesundheit natürlich. Für meine Familie und mich. Frieden. Harmonie. Einen guten Job. Genügend Geld. Zeit für mich. Zeit mit meiner Familie, meinen Freunden. Fröhlichkeit, Gemeinsamkeit.

Wünsche ich mir denn kein großes Auto? Keine Villa? Keine Jacht oder Schmuck im Wert von einigen Millionen?

Vielleicht? Im Stillen. Ganz heimlich. – Nein! Es bleibt dabei.

Zunächst wünsche ich mir einen friedlichen, ausgeglichenen Alltag im Einklang mit mir. Unternehmungen, Ausflüge. Ich würde gerne wieder Violine in einem Orchester spielen. Fotos und Videos bearbeiten, Briefmarken sortieren oder Grußkarten in der Weihnachtszeit verschicken … Die Feiertage geniessen. Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Ins Kino gehen, am Ostseestrand in der Sonne faulenzen oder grillen. Mein Leben genießen.

Die Zeit ist knapp. Meine Wünsche gilt es gut zu sortieren.

In jungen Jahren lebte ich mit der Überzeugung, über genügend Zeit zu verfügen. Die kommenden Jahre breiteten sich lang und weit aus, als hielten sie die Zeit zur Verwirklichung meiner Wünsche schier endlos bereit. Eile war nicht geboten. Inzwischen jedoch breitet sich in mir mehr und mehr das Bewusstsein aus, dass mir die Zeit davon läuft und nicht unendlich zur Verfügung steht, dass ich Sorge dafür zu tragen habe, meine Ziele besser zu organisieren und Unnützes aus dem Alltag zu verbannen.

Nachdem ich aus Bad Tölz zurückgekehrt war, nutzte ich die darauffolgenden Tage, meinen Alltag zu entrümpeln, zu entschleunigen. Ich konzentrierte mich auf das Wesentliche: genügend Schlaf, gutes Essen, Bewegung, Arbeit. Ich kümmerte mich um Organisatorisches, badgoods, mistete aus, meine Schränke, den Keller, warf alte Kleidung in den Müll und entsorgte den Sperrmüll auf dem Recyclinghof.

Momentan bereite ich mich auf meine neue Verwendung vor, die mir inhaltlich einiges abverlangen wird. Auf private, kreative Ausflüge werde ich für eine Weile verzichten müssen. Und da für mich nicht absehbar ist, wie viel Zeit meine neue Beschäftigung in Anspruch nehmen wird, wird auch meine Arbeit an diesem Blog für eine gewisse Zeit ruhen müssen. Zu diesem Opfer aber bin ich bereit, wünsche mir jedoch zugleich, schon bald neue Beiträge verfassen zu können. Denn das Projekt, unter welchen Bedingungen ein glückliches Leben zu führen gelingt, hat bei Weitem noch nicht die Ergebnisse erzielt, die ich mir zu Beginn meiner Arbeit erhoffte.

Es bleibt also spannend. Und oftmals haben wir auch keinen wirklichen Einfluss auf den Verlauf mancher Ereignisse, würde die Unberechenbarkeit des Zufalls hierzu nicht seinen eigenen kleinen aber nicht unwesentlichen Beitrag leisten.

Geplant ist die Arbeit an diesem Blog bis Ostern. Bis dahin beabsichtige ich noch den ein oder anderen Artikel auf den Weg zu bringen. Bleibt also bis dahin dabei!

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Norderstedt, Freitag, 23. Februar 2018

Glückstagebuch – Alte Pinakothek

Alte Pinakothek, München, Deutschland

Mit dem Besuch der Alten Pinkothek in München erfüllte ich mir einen über die Jahre in Vergessenheit geratenen Wunsch. Zuletzt besuchte ich diese Gemäldegalerie im Sommer 1991. Seitdem sind einige Jahre vergangen.

Am Sonntag, den 28. Januar 2018, gegen acht Uhr morgens, verließ ich die Kurklinik und stieg um neun Uhr in Bad Tölz in den Zug. Die Alte Pinkothek erreichte ich gegen halb elf.

Alte Pinakothek, München, Deutschland
Alte Pinakothek, München, Deutschland

Die Vielzahl der Bilder erschlug mich zwar – Bedenke ich, dass jedes Bild für sich einen Mikrokosmos darstellt und eine andere Geschichte zu erzählen hat. -, das aber entmutigte mich nicht. Ganz im Gegenteil: Die Bilder riefen in mir Begeisterung hervor. Oder um noch einmal auf Martin Heidegger zu sprechen zu kommen: Die Bilder versetzten mich in Staunen. Das Staunen über Das, das da ist. Das es überhaupt ist, und nicht vielmehr, dass da nichts ist.

Die Madonna von Raphael, 1483 - 1520, Alte Pinakothek, München
Die Madonna von Raphael, 1483 – 1520, Alte Pinakothek, München

Überhaupt: Wie! Auf welche Weise und unter welchen Umständen diese Bilder entstanden sind – Heidegger spricht hier vom Welten. -, und dann auch noch viele hundert Jahre überdauerten! – Bedenke ich, dass ein Künstler seine Farben nicht im Laden kaufen konnte, sondern dass er für die Herstellung selbst verantwortlich war, wird mir bewusst, dass dieser nicht nur die außergewöhnliche Begabung zu malen besaß. Darüber hinaus beherrschte er ganz ausgezeichnet die Fähigkeit, die notwendigen Farben erst herzustellen, für sich genommen schon ein Handwerk.

Natürlich begriff ich in der Galerie nicht alles. Das war in der Kürze der Zeit nicht möglich und wird mir mit großer Wahrscheinlichkeit auch nie gelingen. Ich bin weder mit der griechischen und römischen Mythologie noch mit dem Christentum in der Form vertraut, die Aussagen vieler Bilder ohne fremde Hilfe zu verstehen. Außerdem: Wer kennt sich wirklich je mit der Geschichte von Deutschland, Flandern, Holland, Spanien, Frankreich und Italien aus. Die Geschichte lässt sich jedoch im Zusammenhang einer Gesamtbetrachtung eines Gemäldes schwer wegdenken.

So kam ich aus dem Staunen nicht heraus.

Glyptothek, München, Deutschland
Glyptothek, München, Deutschland

Und auch die Skulpturen in der Glyptothek, die Vasen, Figuren und der Goldschmuck in der Antikensammlung. Sagenhaft.

Glyptothek, München, Deutschland
Glyptothek, München, Deutschland

Nicht ein Pinselstrich würde mir gelingen, mit einem Meißel würde ich mich eher verletzen, als auch nur annähernd eine Figur ins Leben zu rufen. Wahrhaft großartig. Ein gelungener Besuch.

Halskette, Antikensammlung, München
Halskette, Antikensammlung, München

Nach den Museen sah ich mir in der Innenstadt noch die St. Michael Kirche und Theatinerkirche an. Ich schlenderte über den Marienplatz, die Kaufingerstraße, und stieg um 17 Uhr zufrieden in den Zug zurück nach Bad Tölz.

Marienplatz, München, Deutschland
Marienplatz, München, Deutschland

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Norderstedt, Freitag, 09. Februar 2018

Glückstagebuch – 4. Woche Kur

Rund um Wackersberg, Bad Tölz, Deutschland


Stimmungsbarometer

moods: nach wie vor hervorragend.
goods: Kur, Freizeit, Erholung, Bewegung, schönes Wetter, Schnee, gutes Essen, nette Gesellschaft, großartige Unterhaltung, Ausflüge, Kino.
goodparts: Freiheit, Geborgenheit, Kontakt, Lebensfreude, Progression, Zufriedenheit, Harmonie, Energiehaushalt, Motivation, Kreativität, Selbstwert.

Aktivitäten

Rückengymnastik, Wassergymnastik, Nordic Walking, Schwimmen, Dampfbad, Salzgrotte, Kinofilm “Downsizing”. Sulfomoorbad, Massage, Heilklima-Rundwanderweg HK 21, Whirlpool, Sauna, Kartenspiel mit Bierchen, Heilklima-Rundwanderweg HK 31 über die Pestkapelle bis Wackersberg. Einkehr im Altwirt für ein Stück Himbeertorte und einen Latte Macchiato. Zurück nach Bad Tölz auf dem HK 22. Kinofilm: Der andere Liebhaber.

Ausflug nach München in die Alte Pinakothek, die Glyptothek, Antikensammlung, St. Michael Kirche und Theatinerkirche, eine hervorragende Weinprobe. Heilklima-Rundwanderweg 21, Abschiedsessen mit Freunden im Reutbergstüberl. Wandern im Bereich Wackersberg HK 31 und 22. Rückreise am 31.01.2017 um 08:00 Uhr mit der BOB nach München. Rückflug nach Hamburg um 12:35 Uhr.

Fazit

Ich hatte eine großartige Zeit. Zurück reise ich mit einer Vielzahl an schönen Erlebnissen und Erinnerungen im Gepäck. Gut und gerne hätte ich es noch weitere zwei Wochen aushalten können. Ich habe mich wunderbar erholt, aktiv wie passiv, habe phantastische Ausflüge unternommen, mit meiner Familie, in der Gruppe und auch alleine. Menschen sind mir neu ans Herz gewachsen, ohne die die Wochen nicht mit so viel Fröhlichkeit verlaufen wären.

Ich habe Bad Tölz und die Umgebung kennen gelernt, bin durch Bilderbuchlandschaften gewandert und habe viel Freude gehabt. Meine Wünsche, meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Das Wetter war spitze, das Essen sehr gut, und das ein oder andere Bierchen klasse. Mein Zufriedenheitsfaktor? Groß. Diese Wochen? Die werde ich in guter Erinnerung behalten. Phantastisch.

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Norderstedt, Freitag, 02. Februar 2018