Über das Glück

 

Versuch einer Begriffsbestimmung

Auch wenn der Versuch einer Begriffsbestimmung Über das Glück etwas verfrüht ist, will ich es wagen:

Ein glückliches Leben zu führen, ist möglichSein. Zum möglichSein bedarf es des Gelingens, der Bedürfnisbefriedigung, bedarf es des tätigSeins. Jeder für sich, alles zu seiner Zeit, ganz individuell, im Rahmen seiner Möglichkeiten, den possibilities.

Das Gelingen ist die tätige Bedürfnisbefriedigung der voneinander zu unterscheidenden Persönlichkeitsanteile (Freiheit, Sicherheit, Geborgenheit, Lebensfreude, Würde, Schönheit …), den parts. Das Glück lässt sich jedoch nicht ohne seinen Widersacher, dem Unglück denken: den widerparts. Das tätigSein, die possibilities,  sorgen für die Balance der Spannung zwischen Freiheit und Unfreiheit, Geborgenheit und Kälte, Würde und Demütigung. Das tätigSein, die Kunst ein glückliches Leben zu führen, sorgt für den gelingenden Ausgleich zwischen parts und widerparts.

Den momentanen Glückszustand spüren wir mit Hilfe unserer Stimmungen auf: den moods. Goods and bads, Freude und Ärger, Trauer und Fröhlichkeit, Zufriedenheit und Frustration: das Stimmungsbarometer. Meinen Glückszustand verorte ich in dem Verhältnis von Glück und Unglück, von parts und widerparts. Das Stimmungsbarometer markiert die Notwendigkeit, tätig zu werden und von seinen possibilities verantwortlich Gebrauch zu machen.

Viele Worte, dicht gedrängt. Ich entschuldige mich dafür. Ein glückliches Leben aber hat seine Launen. Und ohne das Unglück als seinen Begleiter wird ein glückliches Leben nicht zu denken sein.  

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Rhodos, Mittwoch, 20. September 2017

Über das Glück

 

Glücksformel

Stimmung a. M.: gut.
goods: Urlaub, Freizeit, freie, ausschließlich mir zur Verfügung stehende Zeit.
parts: Freiheit, Lebensfreude, Zufriedenheit.
bads: Regen.
parts: Unfreiheit, Eingeschränktsein.

Mir war es wirklich ein Bedürfnis, die Übersicht der Persönlichkeitsanteile hervor zu kramen. Bedenke: Die Aufzählung ist nicht abschließend. Merke: Die Persönlichkeit im Ganzen besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Merkmale im Besonderen. Ergo: In jedem Fall gilt das Differenzieren.

Wir neigen dazu, das Komplizierte, nicht zu Überschauende, in einfache Worte fassen zu wollen, bevorzugt in eine einzige Formel. In unserem Fall etwa suchen wir möglicherweise nach einer Glücksformel. Ob uns das gelingen wird oder nicht, das werden wir gemeinsam erkunden.

Denkbar wäre eine allgemeine Erklärung. Doch die wird gewiß nicht ohne die Differenzierung ihrer Besonderheiten standhalten können. Denn: Möchte ich mich auf den Weg begeben, das Glück abschließend in klärende Worte zu fassen, oder gar eine Glücksformel zu formulieren, werde ich zu berücksichtigen haben, ob das Gelingen im Ganzen überhaupt möglich ist, oder ob dies mit dem Hintergrund der Bedürfnisbefriedigung unterschiedlicher Persönlichkeitsteile ausschließlich im Besonderen erfolgen kann.

Stimmung a. A.: gut
goods: Mich erwartet eine Feier mit Freunden.
parts: Lebensfreude, Kontakt.
bads:
parts:

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Norderstedt, Samstag, 09. September 2017

 

 

Über das Glück

Eine alles umfassende, das Glück in wenige Worte einschließende Einleitung gelingt mir nicht. Aus diesem Grund beginne ich mittendrin:

Momentan besteht mein Glück in dem Genuss eines Latte Macchiatos. Ich sitze in einem Café, modern, im Landhausstil eingerichtet. Mir gefällt´s. – Profan, lautet da der ein oder andere Kommentar abfällig. Ganz genau, denke ich. Das stimmt. – Materiell? Auch das. – In diesem Moment ist mir das gleichgültig. – Zufrieden lehne ich mich zurück. Ich genieße den Augenblick. Den Moment der Ruhe, den Moment meiner Einkehr, das momentane Gefühl meines Glücks, das sich in mir einstellt.

Ich wage einen Versuch: Das Glück lässt sich in unterschiedliche Kategorien einteilen: das materielle Glück, das immaterielle Glück, das politische, soziale, das spirituelle oder gesundheitliche Glück. Vergleichbar meiner Beobachtung, die die Persönlichkeit eines Menschen in unterschiedliche Merkmale unterteilt: in konservativ, progressiv, introvertiert oder extrovertiert …, verlangen verschiedene Bedürfnisse nach Befriedigung.

Materiell betrachtet freuen wir uns über ein gutes Essen, ein neues Buch oder Auto. Wir amüsieren uns über einen lustigen Kinofilm oder freuen uns über eine neue, schicke Jacke. Wir feiern, ein Gesetz zum Schutz einer Minderheit beschlossen zu haben, freuen uns aber auch darüber, einem Mitmenschen helfen zu können oder etwas zu teilen. Letztere ordne ich dem immateriellen Glücksempfinden zu.

Den moralischen Aspekt, ob dies oder das Verhalten richtig war oder falsch, gut oder schlecht, ob dies oder das wahrhaft gewollt sein kann, diese übergeordnete Sicht lasse ich zunächst außer acht. Noch sammle ich.

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