Glückstagebuch – Rückblick

 

Rückblick

Der zündende Gedanke für die Gründung dieses Blogs:

Eigentlich sollte das Leben in erster Linie Spaß machen!

Vor einigen Wochen saß ich zusammen mit Teddy in der Poststelle, auf Shutter Island. Im Gespräch wurde mir bewusst, meine Zeit, meine verbleibende Zeit, ein kostbares Gut, mit Meckern zu verschwenden. Ich schimpfte, motzte, kritisierte, kurzum: Ich wusste alles besser! Das war bad. Teddy lächelte nachsichtig.

Seit vielen Jahrhunderten philosophieren die Menschen über das Glück. Sie wägen ab, diskutieren, theoretisieren und idealisieren. Das Thema Glück füllt einige Regale.

Dennoch: Unzählige Menschen reden schlecht über andere Menschen, sie lästern, streiten, schlagen … Sie führen Krieg. Sie verbringen einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Zeit damit, sich ihrer Umwelt destruktiv zuzuwenden. Oder: Sie leben unglücklich, weitab eines gelingendes Lebens. Sie hocken in der Wüste Bad.

In Anbetracht dessen, das unsere Wohlstandsgesellschaft zu bieten und die Wissenschaftsgesellschaft zu Tage gefördert hat, ist ein solches Verhalten armselig.

Anstatt es uns gut gehen zu lassen, zu lachen, Freunde einzuladen, gut und lecker zu kochen, es uns gemütlich zu machen, zu grillen, ein Bier zu trinken und uns in freundschaftlicher Atmosphäre zu verabreden, anstatt uns zu versorgen, uns zu umsorgen, sitzen viele vor den Fernsehern, organisieren wir unser Leben, widmen unsere Aufmerksamkeit mehr unseren Pflichten als unseren Freuden, schlüpfen in eine Zwangsjacke … Einfältig! Dumm! Ideenlosigkeit prägt die Landschaft. Ödland.

Ich spreche nicht von Zügellosigkeit, vom puren Vergnügen, das natürlich nicht. Natürlich gibt Pflichten, badgoods, die zu erledigen sind. Dennoch: Ein wenig mehr Vergnügen sollten wir uns gestatten. Das aber ist manchen Menschen zutiefst zuwider.

Goods and bads. Badgoods and goodbads. Parts. Possibilities. Teddy und ich. Wir saßen zusammen und sponnen auf Shutter Island über unsere kleine Theorie ein glückliches Leben zu führen. Wie dorthin zu gelangen sei? Wozu es seiner bedarf?

Im Vergleich zu mir gebraucht eher Teddy seine possibilities, sich zu orientieren, alte Verhaltensmuster abzulegen, sein Leben, seinen Alltag neu auszurichten. Ich bewundere ihn dafür.

http://eudämonis.de/index.html

Norderstedt, Sonntag, 22. Oktober 2017