Über das Glück

Rhodos, Strand, Griechenland

 

… mal ganz allgemein:

Das Glück ist eine launische Angelegenheit. Einige bekannte Philosophen äußerten sich seit der Antike zum Glück, bezogen Stellung, versuchten das Glück zu definieren. Platon, Aristoteles, Seneca, Kant, Hegel und viele mehr …, bestimmt auch Adorno oder Heidegger. Buddha als Religionsstifter, der Dalai Lama, beide werden sich mit Sicherheit die Frage: Was ist Glück? – zu beantworten versucht haben. Offenbar aber ist eine eindeutige Antwort auf diese Frage nicht zu finden. Ansonsten wüssten wir diese. Das ist jedoch nicht der Fall.

Vor einigen Jahren stolperten wir als Studenten über die Frage, ob es möglich sei, das Glück objektiv zu bestimmen, oder ob das Glück mehr eine subjektive Angelegenheit sei? Die Frage wurde von uns nicht abschließend geklärt.

Jahre später fand ich eine Antwort und reduzierte die Frage auf folgende Glücksformel:

Das Glück eines Menschen besteht in seiner Freiheit, im Rahmen seiner Möglichkeiten begründet mit Ja oder Nein für oder gegen etwas seine Wahl zu treffen.

Das klang richtig gut. Die Formulierung als kleinster gemeinsamer Nenner zumindest ziemlich objektiv.

Heute behandle ich die Frage vordergründiger, nicht ausschließlich philosophisch, mehr psychologisch. Ich stelle mir die einfache, alltägliche Frage: Wie es mir geht? Wie ich mich fühle? Ob ich glücklich bin? – Häufig gelange ich zu der Antwort: Im Großen und Ganzen geht es mir gut. Aber …

Ich bin demnach grundsätzlich zufrieden, satt, fühle mich good. Ich bin verheiratet, habe eine entzückende Tochter, eine Wohnung, Arbeit, ich bin gesund und und und. Aber …!

Es geht mir also gut, das Aber …! jedoch, das bad, führt mich zurück zu den Unterscheidungen, zu den parts. Ebenso führen mich die goods zu den parts. Hierauf begründe ich meine bescheidene Theorie.

moods a.m.: wunderbar
goods: Urlaub …
bads: keine
parts: Lebensfreude, Kreativität, Energiehaushalt …

P.S. to the goods: Soeben ist mir ein Artikel gelungen. Meine Frau und meine Tochter vergnügen sich. Ich habe nach wie vor Urlaub, genieße hier in Griechenland das schöne Wetter, den Strand, den Pool, das Essen, die Getränke, die gute Laune, die Freunde, die netten Menschen, die Freundlichkeit …

Und die bads? Die weiss ich in sicherer Entfernung. Noch nehmen sie keinen Einfluss auf meine Gemütsverfassung. Mit dem Alltag aber werden sie zurückkehren. Das ist sicher. Das ist Laune, Stimmung, moods.

Darüber hinaus: Ich freue mich über die zahlreichen Kommentare, die positiven Bewertungen und Ermunterungen meinen Blog weiter zu führen. Verwundert bin ich über die ausschließlich englischen Zuschriften, da ich deutsch schreibe. Umso glücklicher fühle ich mich, dass meine Gedanken in anderen Ländern, auf anderen Kontinenten gelesen werden. Das ist einfach großartig. Danke.

Liebe Grüße

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Rhodos, Freitag, 22. September 2017

Über das Glück

 

Versuch einer Begriffsbestimmung

Auch wenn der Versuch einer Begriffsbestimmung Über das Glück etwas verfrüht ist, will ich es wagen:

Ein glückliches Leben zu führen, ist möglichSein. Zum möglichSein bedarf es des Gelingens, der Bedürfnisbefriedigung, bedarf es des tätigSeins. Jeder für sich, alles zu seiner Zeit, ganz individuell, im Rahmen seiner Möglichkeiten, den possibilities.

Das Gelingen ist die tätige Bedürfnisbefriedigung der voneinander zu unterscheidenden Persönlichkeitsanteile (Freiheit, Sicherheit, Geborgenheit, Lebensfreude, Würde, Schönheit …), den parts. Das Glück lässt sich jedoch nicht ohne seinen Widersacher, dem Unglück denken: den widerparts. Das tätigSein, die possibilities,  sorgen für die Balance der Spannung zwischen Freiheit und Unfreiheit, Geborgenheit und Kälte, Würde und Demütigung. Das tätigSein, die Kunst ein glückliches Leben zu führen, sorgt für den gelingenden Ausgleich zwischen parts und widerparts.

Den momentanen Glückszustand spüren wir mit Hilfe unserer Stimmungen auf: den moods. Goods and bads, Freude und Ärger, Trauer und Fröhlichkeit, Zufriedenheit und Frustration: das Stimmungsbarometer. Meinen Glückszustand verorte ich in dem Verhältnis von Glück und Unglück, von parts und widerparts. Das Stimmungsbarometer markiert die Notwendigkeit, tätig zu werden und von seinen possibilities verantwortlich Gebrauch zu machen.

Viele Worte, dicht gedrängt. Ich entschuldige mich dafür. Ein glückliches Leben aber hat seine Launen. Und ohne das Unglück als seinen Begleiter wird ein glückliches Leben nicht zu denken sein.  

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Rhodos, Mittwoch, 20. September 2017

Glückstagebuch

Lindos, Akropolis, Rhodos, Griechenland

 

moods: hervorragend, großartig, phantastisch.

goods: Sonne, Strand, Ausflüge, gute Gesellschaft, nette Unterhaltungen, das Spielen mit den Kindern, ein pool, gutes Essen, nette drinks, Wärme, Abkühlung, gute Laune, Freude, Fröhlichkeit … kurzum: vieles, das zu meiner Erholung beiträgt.

parts: Freiheit, Lebensfreude, Kontakt, Progression, Zufriedenheit, Harmonie, Solidarität, Motivation, Kreativität, Selbstwert.

Ich stelle fest: Im Urlaub entfalten sich viele Persönlichkeitsanteile, die zu einem positiven Empfinden beitragen. Ob dies im gewöhnlichen Alltag so auch möglich ist? – Eine rhetorische Frage.

possibilities: Den Urlaub – so gut es geht – auszuschöpfen, damit sich so viele Persönlichkeitsanteile wie nur möglich entfalten und ihren Beitrag leisten können zu einem positiven Lebensgefühl.

Aus diesem Grund werde ich meine Kopfarbeit an diesem Punkt unterbrechen. Ich werde eine Kaffee trinken gehen und den Tag einfach nur genießen. Dem Schwierigen werde ich mich widmen, sobald wir nach Hamburg zurückgekehrt sein werden.

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Rhodos, Montag, 18. September 2017