Stille – die Wende


Fortsetzung

Die Wende: die Existenz im Chaos, in der Unbestimmtheit zu verorten. Dort ist der Beginn. Nicht etwa im Nichts, wie manche Mythologie weiszusagen bemüht ist. Nein. Das Dasein nimmt seinen Beginn inmitten der Vielfalt unserer Gesellschaft. Inmitten des Pluralismus, der Unterschiedlichkeit und dem Angebot unendlich vieler Möglichkeiten zu wählen, der Multioption. Tendenz steigend. Ebenso fängt die Absicht, einen Neubeginn zu wagen, niemals bei Null an, sondern immer inmitten von Allem.

Die Erkenntnis also, dass Wissen an sich obsolet ist und die Gewerke des Idealismus, die Konstruktionen des Guten und Schönen, der Gerechtigkeit unter der Last des Relativierens zusammenbrechen, verortet die Existenz in der Unbestimmtheit. Das Gute, das Schöne, Erkenntnis und Gerechtigkeit an sich gibt es nicht seit jeher. Sie sind nicht gottgegeben. Sie müssen noch erfahren werden. Und zwar jedes auf seine Art, auf unterschiedliche Weise.

Eine Notwendigkeit gilt es zu meistern: der vermögende Umgang mit der Vielfalt. 

Die Orientierung, die begründete Wahl in Freiheit, der Respekt den Anderen, dem Fremden gegenüber, sind unbedingte Voraussetzungen, um einen Minimalkonsens im Sinne aller aushandeln zu können. Die Anforderungen an den Einzelnen fordern ein hohes Maß an Bereitschaft zur Mäßigung, zur Toleranz und Akzeptanz.

Ob das richtig ist? Das weiß ich nicht. Bin ich zu mutmaßen verdammt.

Fortsetzung folgt

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Norderstedt, Samstag, 03. August 2019