Die Glücksformel – Teil 2/3

Glücksformel 2/3


Das Glück eines Menschen besteht darin, ein gelingendes Leben zu führen. Was aber ist für das Gelingen notwendig? Zwingend Voraussetzung? Wie verhält sich mein Gelingen im Zusammenleben mit dem meiner Mitmenschen, meiner Umwelt? Und: Ist es überhaupt möglich, eine allgemein gültige, verbindliche Formel zu formulieren?

Fortsetzung

Glück ist ein Leben in Würde. Ein Leben in Würde gelingt mit dem Gebrauch der Freiheit: selbstbestimmt, wahrhaftig, in Übereinstimmung einer begründeten Wahl. 

Die Schlüsselworte sind:

    • Autonomie
    • Authentizität
    • Kohärenz

„Die Glücksformel – Teil 2/3“ weiterlesen

Glückstagebuch – familyKur

Brauneck, Lengries, Deutschland


Stimmungsbarometer

moods: nach wie vor hervorragend.
goods: Kur, Freizeit, Erholung, Bewegung, schönes Wetter, Schnee, gutes Essen, Familie, nette Gesellschaft, gute Unterhaltung, Ausflüge, Kino.
goodparts: Freiheit, Geborgenheit, Kontakt, Lebensfreude, Progression, Zufriedenheit, Harmonie, Energiehaushalt, Motivation, Kreativität, Selbstwert.

Meine Frau und Tochter sind am Montag abgereist. Hinter uns liegen einige schöne gemeinsame Tage. Während ihres Besuchs hatte ich nicht die Absicht, viel Zeit mit dem Schreiben zu verbringen. Neben unseren gemeinsamen Aktivitäten und meinen täglichen Kuranwendungen mochte ich mir keinen unnötigen Stress bereiten (goodbad). Aus diesem Grund wartete ich mit der Veröffentlichung eines weiteren Beitrags.

Aktivitäten

Freitag: Pferdekutschenfahrt nach Wackersberg mit Einkehr im Gasthof Altwirt, Schwimmbad und Sauna, ein großartiger Tag.

Samstag: Ausflug ins etwa 10 km entfernte Lengries. Fahrt mit der Brauneck Bergbahn, einer Gondelbahn, hoch auf 1556 Meter. Von dort genossen wir im Sonnenschein einen wunderbaren Ausblick auf die Alpen. Wir aßen in dem Panoramarestaurant eine Kleinigkeit zu Mittag. Im Anschluss fuhren wir am Fuße des Berges etwas Schlitten.

Brauneck, Lengries, Deutschland
Brauneck, Lengries, Deutschland

Sonntag: Mit Bus und Bahn, der BOB, Ausflug zum Tegernsee. Das Wetter war zwar etwas bedeckt und die Sicht eingeschränkt, für einen ersten Eindruck des Ortes jedoch genügte es. Kaffee und Kuchen ließen wir uns schmecken.

Tegernsee, Deutschland
Tegernsee, Deutschland

Montag: Anwendungen am Morgen. Einkaufsbummel und Kaffeetrinken mit meiner Tochter am Nachmittag in der Innenstadt von Bad Tölz, während meine Frau an der geführten Wanderung zum Spielhahnjägerdenkmal teilnahm.

Dienstag: Rückengymnastik, Wassergymnastik, Zirkeltraining. Da ich gut beschäftigt war, blieb nicht viel Zeit für meine Familie.

Mittwoch: Ausflug nach München, Besuch im Deutschen Museum. Mittagessen, Spielwarenabteilung. Mehr war mit meiner Tochter nicht zu schaffen.

Deutsches Museum, München, Deutschland
Deutsches Museum, München, Deutschland

Glücklicherweise begann es zu schneien. Der Schneefall tauchte die Landschaft in fahle Grautöne. Ich hoffte auf einige schöne Winterfotos mit einem strahlend blauen Himmel.

Samstag: Schlittschuhlaufen im Eishockeystadion in Bad Tölz.

Sonntag: Schlittenfahren am Fuße des Blombergs. Mittag aßen wir beim Italiener. Wir spielten, malten und gingen abends schwimmen.

Montag: Abreise und Rückflug meiner Frau und meiner Tochter nach Hamburg. Ich schloss mich nachmittags einer Führung an im ca. 20 Kilometer entfernten Kloster Benediktbeuren.

Kloster Benediktbeuren, Deutschland
Kloster Benediktbeuren, Deutschland

Dienstag: Rückengymnastik, Wassergymnastik, Nordic Walking, Schwimmen, Sauna, Salzgrotte, Kinofilm “Drei Zinnen”.

Mittwoch: Entspannungsbad, Massage. Ausflug zum Walchensee. Das Wetter war göttlich. Kaiserwetter, wie man hier sagt. Der Spaziergang sowie die Gesellschaft fantastisch.

Walchensee, Deutschland
Walchensee, Deutschland

Mancher Meinung, manchem Unkenruf zum Trotz: Auch im Januar kann man es sich in Bayern wunderbar einrichten und großartige Tage haben. Dies zu zeigen, machte ich mir die Mühe, unsere und meine Aktivitäten mit wenigen Worten aufzulisten. Wir hatten es in der Hand: meine Frau, meine Tochter und ich. Wir hatten unsere Wünsche und Ziele. Diese setzten wir in die Tat um. Und auch die anderen Kurgäste blieben nicht untätig. Sie füllten ihre Zeit gemäß ihrer Wünsche, sorgten für goods and goodparts in ihrem Leben. Sie gingen gemeinsam wandern, tanzen, sie lachten viel, spielten Karten, fuhren Ski, genossen das Wetter und das gute Essen. Sie organisierten sich eine Brauereibesichtigung und fuhren sogar einen Tag zur Zugspitze hinauf. Eine großartige Truppe, die den Tag mit Sinn zu füllen weiß.

Nachdem meine Frau und Tochter abgereist waren, blieben mir noch eine gute Woche für meine individuellen Wünsche. Meine Ziele mochten also gut definiert sein, wollte ich in meinem Leben für Zufriedenheit sorgen, meinen Bedürfnissen nach Autonomie und Authentizität gerecht werden, nach Kohärenz, bis mich der Alltag wieder einholen und fest in seine Klauen schließen würde.

Meine Ziele, mein Glück im Kleinen:

Bewegung. Sport, Wandern, Schwimmen, Sauna, ggf. Joga, viel frische Luft, Unterhaltung. Kino, ein zweiter Ausflug nach München in die Alte Pinakothek …

Betrachte ich die Ziele, die Wünsche, bemerke ich, nicht das Glück im Großen zu verfolgen. Meine Zeit mit Sinn zu füllen, besteht nicht im Gelingen großer Ziele. Nein. Wie in der Vergangenheit bereits mehrfach festgestellt, sind es einzelne, kleine Wünsche, die in meinen Alltag für Zufriedenheit sorgen, die meine freie Zeit mit Freude füllen.

Sollte ich aus diesem Grund am Glück im Großen meine Zweifel haben?

Meine Entscheidung für eine Kur im Januar war richtig. Das überwiegend großartige Wetter, die Abwechslung, die Erholung, die Bereicherung, die Ausflüge und gemeinsamen Unternehmungen, die große Anzahl an Gutem (goods) und Gütern (goodparts) verwandelte den ansonsten trüben und tristen Monat Januar. Alle Übel (bads and badparts) weiß ich in weiter Ferne.

Rückblick: Den November bestimmten die Weihnachtsvorbereitungen, im Dezember genossen wir die Weihnachtszeit. Ich hatte Urlaub und fuhr im Januar zur Kur.

Ausblick: Nach dem Februar winkt der März, der Frühling. Beruflich erwartet mich in naher Zukunft zwar einige Arbeit. Im April stehen mit dem Wechsel in eine andere Verwendung große Veränderungen an. Bleibt die Hoffnung, auch weiterhin gut über den Winter zu kommen. Über Langeweile klage ich nicht.

http://eudämonis.de/index.html

Bad Tölz, Freitag, 26. Januar 2018

Über das Glück – im Großen und im Kleinen

Hamburg Kirchwerder

 

Das Glück im Großen und im Kleinen – eine Privatsache?

Stimmungsbarometer:

moods a.m.: gut.
goods: Zeit zum Schreiben.
badgoods: Haushalt.
goodparts: Freiheit, Fortschritt, Lebenssinn, Zufriedenheit, Kreativität.

Der Alltag ist zurückgekehrt, die Erholung des Urlaubs liegt weit hinter mir. Die täglichen Notwendigkeiten – ob die täglichen Erledigungen, die Arbeit oder die Familie – halten mich fest umklammert. Die wenige übrige Zeit widme ich diesem Blog oder ich ziehe mich in mein Refugium zurück.

Spazieren gehe ich viel zu selten. Dafür genügt die Zeit nicht, wie auch für andere Vergnügungen oder Hobbys, die vor einigen Jahren meinen Alltag begleiteten. Ich denke da an das Musizieren, das Geigenspiel im Orchester, das Lesen, Kino, Oper, Ballett, Foto- und Videobearbeitung, aber auch die ausschweifenden Abende in den Kneipen am Großneumarkt, in Ottensen oder im Karolinenviertel. Gemeinsame Essen mit Freunden aus dem Viertel, lautstarke Diskussionen am Tresen, vertrödelte Nachmittage am Elbstrand. Erinnerungen an vergangene Tage, goodparts im Überfluss.

Heute übe ich mich im Umgang mit den Notwendigkeiten, den badgoods. Mikro und Makro. Das Glück im Kleinen, das Glück im Großen. Darüber hinaus unterscheide ich das individuelle Glück des Einzelnen vom sozialen Glück der Gruppe, der Familie, der Gesellschaft, national wie international.

Das Glück des Einzelnen richtet sich nach seinen persönlichen Bedürfnissen, den individuellen goodparts. Das Glück des Einzelnen fragt: Was wünsche ich mir für mich? Ich.

Das Glück der Gruppe, das der Gesellschaft, richtet sich nach den Bedürfnissen mehrerer Teilnehmer, den sozialen goodparts. Das Glück der Gruppe fragt: Was wünschen wir uns für uns?  Das gesellschaftliche Glück fragt über die individuellen Interessen hinaus: Ist / Kann diese oder jene Absicht gewollt / sein? Neben der Selbstversorgung tritt die Versorgung der anderen auf die Bühne des Lebens: die Ethik, die Moral, die Moralität, Legalität und Legitimität. Die Interaktion, das Wir.

Für das Gelingen des Miteinanders, des gesellschaftlichen Wohls, sind Regeln notwendig: Gesetze. Diese sind die Gewähr aller für ein Leben in Freiheit, in Würde. In einem gegenseitigen, intersubjektiven Einverständnis einigen sich die Teilnehmer der Gruppe öffentlich notwendend auf den kleinsten gemeinsamen Nenner mit dem für alle größtmöglichen Nutzen.

Über das eigene individuelle Glück hinaus hat der Einzelne das individuelle Glück seines Nächsten im gegenseitigen, intersubjektiven Einvernehmen zumindest zu respektieren. Das jedoch nur, sofern der Nächste mit seinem individuellen Streben das Leben in Freiheit und Würde des Einzelnen, dessen Bedürfnis nach Autonomie und Authentizität, nicht ohne guten Grund einschränkt.

Das Glück im Kleinen bedeutet die Bedürfnisbefriedigung einzelner individueller und/oder sozialer goodparts. Die Bedürfnisbefriedigung einzelner individueller goodparts ist Privatsache, die Bedürfnisbefriedigung sozialer goodparts jedoch nicht.

Das Glück im Großen könnte in der Bedürfnisbefriedigung aller goodparts bestehen, der individuellen wie auch der sozialen. Sobald aber das persönliche Streben nach Autonomie und Authentizität in Interaktion zu einem Nächsten steht und zur Erfüllung eines goodparts seinen Beitrag leistet, kann es keine Privatsache mehr sein.

Ihr seid anderer Meinung? Ihr habt etwas zu ergänzen? Dann schreibt mir! Ich freue mich über jeden Beitrag. Ich garantiere für einen sorgsamen Umgang eurer Daten.

http://eudämonis.de/index.html

Norderstedt, Freitag, 10. November 2017