Über das Glück – das tätigSein


Da ich ein glückliches Leben zu führen beabsichtige, „habe ich es in der Hand“. – Eine Einbildung? Nicht immer. – Zu einem gewissen, wenn auch einem zu mancher Zeit nur kleinen Teil, bestimme ich über mein Gelingen.

„Sie entfernen uns, oder?“ „Nichts hält ewig!“

Mein glückliches Leben zu führen, dies zu gestalten, erfordert zu einem gewissen Teil mein tätigSein, während es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in meinem Leben ebenso Momente gibt, in denen mein Einfluss von geringerer Reichweite ist und ich fremdbestimmt, am Widerstand anderer zu halten gezwungen werde.

So gelingt es mir in meinem Privatleben eher für glückliche Momente zu sorgen. Dort habe ich es eher „in der Hand“, als dies im öffentlichen Leben der Fall ist. Gelingt es mir jedoch nicht immer, ein glückliches Leben zu führen, sollte ich mich im Einzelfall nicht regelhaft dazu verleiten lassen, einen Sündenbock zu suchen und diesen für mein Unglück verantwortlich zu machen oder anderen die Schuld zuzuweisen. 

Ein glückliches Leben erfordert zu einem gewissen Teil mein Tätigwerden, mein mich auf den Weg begeben: das tätigSein.

Natürlich fällt das Glück zuweilen vom Himmel. – „Der Zufall wollte es so!“ „Das ist Schicksal“, lautet da eine weitere Stimme. – Beizeiten jedoch muss das Glück erarbeitet werden. Der Einzelne ist aufgefordert, aktiv zu werden. Ich meine nicht den homo laborans, das bis zur Erschöpfung arbeitende Individuum. Ich meine auch nicht das hedonistische Treiben eines nicht enden wollenden Müßiggangs. Ich meine das Umsetzen eines Entschlusses. Das Insaugefassen eines Ziels, die Wahl einer Methode und die Tat, das Tätigwerden. Hier unterscheide ich zwischen Geschick und Zufall, dem Schicksal

Auf diese Weise versetze ich mich als Individuum in den Stand, auf mein Glück Einfluss auszuüben, ihm Dauerhaftigkeit zu verleihen oder dies auch nur episodisch, für kurze, weniger nachhaltige Moment auszukosten.

www.eudämonis.de

Norderstedt, Freitag, 05. Juli 2019