Über das Glück – ein Unglück

 

Exkurs: ein Unglück

Heute zitiere ich eine Passage aus meinem Roman “Mondsee Philomela”, als die Protagonistin Johanna in den Räumen der Universität ihren Vater trifft, einen Professor für Kunstgeschichte.

Ich werde diesen Auszug nicht kommentieren. Ich meine, dass er ganz für sich spricht.

Zitat: Ich folgte ihm durch die kühlen Gänge, in die erste Etage des Instituts. Dort bat er mich, in seinem Arbeitszimmer vor seinem schweren großen Schreibtisch in einem Ledersessel Platz zu nehmen. Ich sah mich um. Die Regale reichten bis unter die Decke. Sie waren mit Büchern vollgestellt, mit Büsten, Krügen und Tellern aus der Antike. Auf dem Schreibtisch stapelten sich seine Notizen, Aufsätze, aufgeschlagene Bücher sowie die Hausarbeiten seiner Studenten. Als ich die Regale langsam abschritt und die Titel der Bücher überflog – Kunstgeschichte, die römische und griechische Geschichte, Herodot, griechische und römische Sagen, Politik und natürlich griechische Philosophie, Platon, Aristoteles –, zweifelte er: Was soll ich sagen? Du kannst sie alle lesen. Mit Eifer und Interesse. Mir hat das immer viel Freude bereitet. Viel lesen und eine Unmenge wissen. In schwierigen Momenten aber wirst du in ihren Schriften vergeblich nach einer Antwort suchen. Sobald der Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen überwiegt, die Sinne betäubt und das Herz in Stücke bricht, wirst du sie vergeblich um Hilfe ersuchen, dein Leben mit neuem Sinn zu füllen.

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Norderstedt, Donnerstag, 26. Oktober 2017