Über das Glück – Geld

Der Müßiggang, die Einkehr bei sich, das Sammeln, das Verweilen, die Kontemplation. Mein Bemühen, das Glück, das Gelingen,  mit wenigen Worten zu beschreiben, scheitert notwendig. Das aber überrascht mich nicht wirklich.

Das Glück im Großen wie im Kleinen. Den Einen erfüllt ein bestimmter Moment mit Zufriedenheit, während einen Zweiten in ein und derselben Situation die Langeweile plagt. Ein finanzieller Zugewinn mag für den Einen die Sorgen des Alltags zunichte machen, während für einen Zweiten die gleiche Summe der finanzielle Ruin bedeutet.

Geld allein macht nicht glücklich. Das ist richtig. Meiner Theorie folgend stellt es streng genommen nur den Persönlichkeitsteil Sicherheit zufrieden. Das Geld als Zahlungsmittel trägt jedoch bei näherer Betrachtung nicht unerheblich zur Erfüllung anderer Persönlichkeitsteile bei, wie etwa die der Freiheit, Lebensfreude, Überleben, Zufriedenheit, Würde, Progression, Gesundheit, Kreativität und Schönheit.

Reisen bereitet Freude und Erholung. Reisen kostet Geld. Aus- und Fortbildung kostet Geld. Medikamente ebenso. Ein Musikinstrument, eine Leinwand, der Musikunterricht, Stricknadeln, Wolle und Acrylfarben, Sport, Wellness, Kino, all diese Dinge müssen finanziert werden.

Innerhalb unserer Wohlstandsgesellschaft hat das Geld am Glück des Einzelnen einen erheblichen Anteil. Für manchen bedeutet es die Rettung. Um das zu verstehen, brauchen wir uns nur zu vergegenwärtigen, wofür wir im Alltag Geld benötigen. Nicht nur um unsere Existenz zu sichern, sondern um uns darüber hinaus mit Hilfe des Geldes den ein oder anderen glückseligen Moment zu ermöglichen.

Das bedeutet jedoch nicht, das Geld sei als Mittel ohne eine Ausnahme notwendig. Andere Persönlichkeitsteile wie etwa der Kontakt oder die Solidarität, Freundschaft oder Harmonie lassen sich nicht mit Hilfe des Geldes finanzieren. Mein Glückstagebuch oder das Stimmungsbarometer vergegenwärtigen mir diesen Umstand: In meinen Aufzeichnungen lese ich mehr über die Zufriedenstellung immaterieller anstelle materieller Güter.

Mein Glückstagebuch vergegenwärtigt mir aber auch: Das alltägliche Glück, das Glück im Kleinen, das individuelle, subjektive Empfinden, genießt innerhalb der Bestimmung dessen: Was ist Glück? – dem Versuch einer objektiven Sachlichkeit – einen bedeutsameren Stellenwert als das Glück im Großen. Und auch Begriffe wie Ethik und Moral, Gerechtigkeit und wahre Schönheit, Ästhetik, nehmen in diesem Zusammenhang überraschend eine mehr untergeordnete Rolle ein.

http://eudämonis.de/index.html

Norderstedt, Freitag, 02. März 2018